✯Die Traditionelle Harnschau-alt aber hilfreich!

Für viele Menschen ist der Urin noch ein Tabuthema. Über die  Aussonderungen spricht man ungern. Doch was die Aussonderungen uns verraten ist spannend. So gesehen sind unsere Ausscheidungen ein Ergebnis der körperlichen Alchimie. Der Körper wandelt Nahrung um, nimmt sich wertvolle Nährstoffe (wenn das im Idealfalle so funktioniert. Denn genau hier liegt oft das Problem)   und was nicht mehr gebraucht wird, wird ausgeschieden.
Die Aussonderungen besitzen auch eine charakteristische Farbe und einen Geruch . Genauso auch der Urin.
Beim Harnlassen ist der Urin nahezu steril und riecht eher dezent;  wie ein Apfelsaft. Erst danach bilden sich Keime . Durch die Reaktionen und dadurch entstandenen Zersetzungsprodukte dann auch eher ein strengerer Geruch. Die Farbe sollte hellgelb  und es sollten keine Trübungen oder Schäume (beim Aufschütteln des Behältnisses) vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall stimmt  eventuell etwas nicht.
Ausnahmen gibt es:
Wenn sie z.B. rote Beete essen kann der Urin rötlicher sein als sonst. das ist normal. Oder wenn sie Spargel essen. Oder aber auch Curry und ähnliche dominante Gewürze.In allen anderen Fällen sollte man dem Achtung schenken.
Hierzu nutzen viele Naturheilkundler gerne die Harndiagnose- bzw auch Traditionelle Harnschau genannt. Die Geschichte dieser Art der Diagnose geht vermutlich schon auf Hippokrates zurück. Heute nutzen wir gerne  Teststäbchen und aber auch bestimmte Chemikalien  (die Reaktionen mit gewissen Metaboliten eingehen ),  mit denen wir den Urin versetzen ; um zu sehen ob die entsprechenden Organe , die an der Verdauung und Ausscheidung beteiligt sind, auch entsprechend funktionieren. Das ist der Darm, die Nieren und die Blase, das Pankreas, die Gallenblase und natürlich die Leber. Wenn die sogenannten  Kochungen ordnungsgemäss durchgeführt werden von unseren inneren Alchimisten, dann ist alles im grünen Bereich. Wenn nicht, kann man das an gewissen farblichen Veränderungen, Trübungen, Ausflockungen etc erkennen. Darüber hinaus sind teilweise auch Zusammenhänge mit anderen Organen oder Organsystemen erkennbar.
Auch die Intensität der Farbe verrät uns vieles über gewisse Schwäche oder Überschuß-Zustände. In der chinesischen Medizin nennt man dies je nachdem einen Yin oder Yang-Schwäche oder Überschuß.

Die Traditionelle Harnschau ist allerdings keine quantitativ aussagende Methode. Nur in Verbindung mit mehreren Untersuchungstechniken und  einer Anamnese kann es uns hilfreiche Hinweise und Stützpunkte geben.
Ich möchte es auch nicht missen; es ist ein fester Bestandteil der Diagnosenstellung in meiner Praxistätigkeit geworden.
Es ist auch für den Patienten eine interessante Beobachtung , denn das was uns so selbstverständlich erscheint hat man hier nochmal  richtig vor Augen.
Wenn sie Fragen haben berate ich sie gerne!

herzlichst

Öznur Acar

(Bild:clipdealer.de)