✯Chronische Schmerzen-Ursachen, Sinn und ganzheitliche Betrachtung

Jeder von uns kennt Schmerz oder Schmerzen. Treten sie einmal auf, lenken sie die ganze Aufmerksamkeit auf sich- man kann quasi nicht mehr anders als sich nur noch mit dem Schmerz zu beschäftigen. Wir empfinden es als nervig und ärgerlich, denn wir müssen ja weiterhin funktionieren. Daher greifen die Meisten von uns einfach zur Schmerztablette.

Schmerz ist oft ein Signal an uns etwas zu verändern.
Das Nervensystem befähigt uns die Aussenwelt mit Rezeptoren und Sinnesorganen wahrzunehmen um entsprechend reagieren zu können. Es schafft somit emotionale Bindung zur Aussenwelt und das was wir wahrnehmen wird in Körpersignale umgesetzt.
Schmerzen werden über das Nervensystem ans Hirn weitergeleitet. (s.Abbildung)
Der Ort der Schmerzverarbeitung und Wahrnehmung ist sozusagen das Gehirn. Das Warnsignal kommt in der Regel aus dem Gewebe -bzw aus einem Teil des Gewebes welches sich nicht mehr im physiologischen Gleichgewichtszustand befindet.
Es gibt spezielle Sensoren, die Nozizeptoren (das sind freie Nervenendigungen) die den Schmerz über das Rückenmark an die Großhirnrinde weiterleiten, egal ob es ein chemischer, thermischer oder mechanischer Reiz ist. Diese befinden sich überall: In der haut, im Muskel, Eingeweiden, Blutgefäße und Gelenke. Diese Schmerzrezeptoren gewöhnen sich nicht an bestehende Schmerzen, so dass der Schmerz dauerhaft ein Problem darstellen und Betroffene beeinträchtigen kann.
Was führt aber zu dieser Veränderung im Gewebe? Sehen wir uns die Gründe für Schmerzen an. Auch hier gehen seelische und körperliche Ursachen nahtlos ineinander über.
Arten von Schmerzen:
Schmerzen die vom Körpergewebe aus kommen
  • Somatischer Schmerz: Stammt auch Knochen, Gelenken, Haut, Bindegewebe und ist eher gut zu lokalisieren
  • Viszeraler Schmerz: Von inneren Organen stammend und oft schlecht lokalisierbar.
Schmerzen die aus dem peripheren und aus dem zentralen Nervensystem kommen:
Das periphere Nervensystem liegt ausserhalb des Wirbelkanals und des Schädels und besteht aus Hirnnerven und Spinalnerven. Es verbindet das Zentrale Nervensystem mit dem Effektororgan. (Motorik)
Das zentrale Nervensystem liegt zwischen Gehirn und Rückenmark und kümmert sich um Reizweiterleitungen (Sensorik)
Hier unterteilt es sich in das unwillkürliche und das willkürliche NervensystemDas Unwillkürliche Nervensystem ist derjenige Teil den wir nicht steuern können. Beispielsweise der Herzschlag, das Atemzentrum, die Verdauung, die Sexualorgane und manche inneren Muskeln der Augen. Je nachdem ob wir gerade im Stress sind oder nicht wird das Sympathische oder das Parasympathische Nervensystem aktiv. Der Sympathikus ist in Stresssituationen, Fluchtreaktionen, Angst, Spannung, Unruhe
aktiv. In dieser Phase kontrahieren sämtliche Gefäße und Muskeln und die Verdauung verlangsamt sich. Und die Durchblutung ist nicht gut gewährleistet.
(so kann man sich Auswirkungen von Dauerstress ausmalen)
Der Parasympathikus ist in Entspannung aktiv.Die Gefäße und Muskeln relaxieren, die Verdauung arbeitet voll aktiv. Die Durchblutung ist gut gewährleistet.
Das Willkürliche Nervensystem ist durch unseren Willen steuerbar. Wie zum Beispiel Hand und Beinbewegungen, das Gehen, Tanzen uvm.
Das ZNS ermöglich uns die willkürliche Motorik, die uns wiederum eine entsprechende Anpassung an Umweltbedingungen ermöglicht und ist der Ort des bewussten und unbewussten Denkens.
  • Zentraler neuropathischer Schmerz: zum Beispiel Phantomschmerzen oder Schädigungen im ZNS zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Oder auch Fehlregulationen im sympathischen Nervensystem
  • Peripherer neuropathischer Schmerz: Zum Beispiel durch Diabetes verursachte Polyneuropathie,durch Alkoholabusus geschädigte Nerven, Nervenkompressionen oder auch Trigeminusneuralgien.
Ursachen von Schmerzen:
Physische Ursachen:
  • Unfall/ Verletzung:
  • Raumfordernde Prozesse wie zB Tumoren, Endzündliches:
  • Reaktionsstarre: In vielen Fällen haben wir es mit einer chronischen Ansammlung von Schlackenstoffen zu tun. Nicht abtransportierte Schlackenstoffe lagern sich im Gewebe an. Es fließt nichts mehr weiter, da es durch die Blockade zu einem Teufelskreis kommt. Das erzeugt eine Reaktionsstarre. Und dies führt irgendwann mal zu Schmerzen.
  • Fehlstellungen im Bewegungsapparat: Oft sind Ursachen von Schmerzen mit einer Abweichung der Wirbelsäule von der idealen S Form verbunden. Entweder ist es ein Beckenschiefstand oder gar eine Skoliose, also seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Das Kann bis zur Halswirbelsäule sich verlagern. So mancher chronischer Kopfschmerz oder gar Migräneproblematik kann dadurch verursacht oder verstärkt werden. Oder aber auch wenn Atlas und Axis nicht gut aufeinandersitzen.
  • Im Kopf/Nackenbereich zähe Lymphe: Wenn das Lymphsystem vor allem im Kopfbereich belastet ist. Zum Beispiel durch Zahnherde, Feinstaub , irritierte Schleimhäute .Da kann sich schonmal im Nacken/Schlüsselbeinbereich die Lymphe richtig verhärten. Was dann zu Dauerverspannungen und Schmerzen führen kann.
Seelische Ursachen:
Der Schmerz kann auch ein Hinweis sein auf Starre in gewissen Lebensbereichen. Zum Beispiel nicht angesprochene Konflikte in einer Partnerschaft, ein Job der uns nicht erfüllt, Pflichten die wir uns aufladen und die nicht zu unserer Persönlichkeit passen. Nicht aktiv seine Rolle ausleben können und ständig „zu kurz kommen“, nicht zum Zuge kommen können.
Auch hier gehört wieder eine ganzheitliche Betrachtungsweise dazu. Und hier möchte ich mal wieder das Thema Leber erwähnen. Leber, das Organ der Abgrenzung, der Lebensfreude. Raus aus der Introvertiertheit, Isoliertheit in die Entspannung. Mehr soziale Kontakte statt Cybermedien.
Auch diese ganze Fülle an Informationen um uns herum, die uns manchmal überfordert, macht die sensiblen unter uns fertig. Man ist „genervt“, „Fertig mit den Nerven“. Besonders auch Halswirbelsäulen Probleme sind ein Zeichen der Überforderung. Schmerzen im Rücken, der Lendenwirbel sind Hinweise auf evtl. zu schwaches Rückrad. Nicht gerade stehen können für etwas was uns viel bedeutet. Der Sakralbereich, der der Sitz des Wurzelchakras ist, hat oft mit Ängsten zu tun. Vor allem der Psoasmuskel und ihn betreffende Schmerzen.
Schmerzen im Kopfbereich:
Migräne:
Immer wieder rezidivierende Kopfschmerzen; meist halbseitige Anfälle und gelegentlich auch mit vegetativen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen. Frauen sind häuiger betroffen als Männer.
Die Ursache ist immer noch nicht ganz geklärt. Stress, erbliche Veranlagung werden als Ursachen genannt.
Häufige Auslöser sind Alkohol, Tyramin-haltige Nahrungsmittel wie Schokolade, gewisse Käsesorten, Rotwein , aber auch Medikamente, drückendes Wetter, Lärm, Menstruation…
Es gibt 3 Phasen :
-Gefäßverengungen im Kopfbereich mit neurologischen Störungen
-Gefäßerweiterungen mit der klassischen Halbseitenkopfschmerz
-lokales Ödem um die Gefäße mit Dauerkopfschmerz
Hier spielt der Neurotransmitter Serotonin eine große Rolle. Die Kopfschmerzen können Stunden bis Tage dauern.
  • Migräne ohne Aura: Ist die klassische Migräne mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Migräne mit Aura: Hier kommen neurologische Ausfälle dazu wie zB Sehstörungen, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen.
Naturheilkundliche Möglichkeiten um Migräne begleitend zu behandeln:
  • Mentales Training und dadurch bewusstes Eingreifen in die Durchblutung-Situation der Schläfenarterien.
  • Entspannungstechniken, Gesprächstherapien; aber auch Yoga, Meditation
  • Regelmässige Magnesium Einnahme!
  • Vermeiden von Tyramin-haltigen Nahrungsmitteln wie zB gewisse Käsesorten, Rotwein, Schokolade
  • Darmflora-Sanierung: Es wirkt sich eine gesunde Darmflora auch pozitiv aus auf den Neurotransmitterhaushalt. Man sehe sich die strukturelle Ähnlichkeit von Darm und Hirn an.
  • Leber/Galle-System entlasten: Eine Sanierung hier macht Sinn.
  • Phytotherapie
  • Manuelle Verfahren: auch Fehlstellungen im Bewegungsapparat; vor allem der Halswirbelsäule, kann sich negativ auswirken.
Uvm.
  • Chronischer Spannungskopfschmerz und Halswirbelsäulen-Kopfschmerz
Chronischer, immer wieder kehrender Kopfschmerz ( ca. alle 2 Wochen, mindestens 6 Monate lang). Ist wahrscheinlich erblich bedingt, aber auch durch dauerhafte Verspannungen und Gelosen (=knubbelartibe Verhärtungen) der Schulter/Nacken Muskulatur, die wiederum durch die erniedrigte Schmerztoleranz bedingt ist. Es ist ein eher dumpfer Schmerz, der im ganzen Kopf zu spüren ist. Auch hier sind Begleiterscheinungen möglich.
Der Halswirbelsäulenkopfschmerz ist durch Fehlstellungen , Störungen im HWS Bereich bedingt.
Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten:
  • Schröpfen und Baunscheidtieren
  • Massagen
  • Magnesiumeinnahme
  • Phytotherapie, Homöopathie uvm
  • Entspannungstechniken
  • Stressabbau , Gesprächstherapien
  • Neuraltherapien:durch die lokale Injektion entspannt sich oft das sympathische Nervensystem auch lokal.
  • Manuelle Therapien
  • Haltungsfehler korrigieren: ergonomische Stühle für die Arbeit uvm
Trigeminusneuralgien:
Das sind Schmerzen im Kopfbereich die den 5.Hirnnerv, den Trigeminusnerv , betreffen. Dieser Nerv hat drei Austrittsöffnungen. Drei Äste hat dieser Nerv. Einer tritt aus der Augenhöhle oberhalb des Auges (direkt unter der Augenbraue) aus und die weiteren zwei äste am Ober-und am Unterkiefer. So versorgt der Trigeminusnerv verschiedene Areale des Gesichtes.
Schmerzen bezüglich dieses Nerves treten eigentlich eher bei vorgeschädigten Patienten auf, wie zB MS Patienten, Tumorpatienten oder sonstigen Endzündungen im Hirnstamm. Schuld scheint eine Kompression des betroffenen Nerves zu sein. Aber auch Virusinfekte wie Gürtelrose oder bakterielle Infekte wie Borreliosen können eine Rolle spiele.
Naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten:
  • Homöopathische Komplexmittel
  • Phytotherapie
  • Neuraltherapien
  • B Vitamin Komplexe hoch dosiert.
Schmerzen am Rumpf; obere und untere Extremitäten:
Hier muss abgeklärt werden ob es ein lokaler oder ausstrahlender Schmerz ist, der von Organen ausgeht wie zB Lunge, Herz, Brust (Mammakarzinomverdacht) vor allem bei Schulterschmerzen und Schmerzen im oberen Rückenbereich.
Schmerzen im mittleren Rückenbereich sollten auch die Aufmerksamkeit auf Nieren lenken wenn zB Flankenschmerz besteht.
oder auch Knochenschmerzen die ihre Ursache im Knochenmark haben.
Dann gehören Nerventests dazu, ob das Nervensystem an sich betroffen ist. Aber auch chronisch endzündliche Erkrankungen wie zB Rheuma, oder Folgen von Scharlacherkrankungen, eitrigen Angina Erkrankungen können mitspielen.
Im Sakralbereich unbedingt gynäkologische Krankheiten abklären; hier sitzen nämlich die Genitalzonen. Schmerzen im Sakralbereich können ganzheitlich gesehen auch ein Hinweis sein auf Konflikte mit dem Thema Sexualität.
Dann gibt es noch Muskelschmerzen. Meist hilft es den Muskel zu stärken durch sportliche Betätigung, Bewegung, Yoga. Festzustellen wo Fülle und Leerezustände herrschen (über den Rücken) und diese auszugleichen ist auch hilfreich.
Mechanische Ursachen sind eine Fehlstellung im Bewegungsapparat.Meist sind auch falsche Sitzgewohnheiten, schlechtes Schuhwerk, unergonomische Taschen mit Schuld. Auch ein anatomisch nicht angepasstes Bett kann Schwierigkeiten machen. Harte körperliche Arbeit, die Abnutzungen mit sich bringt.
Auch hier kann sanfte Bewegung zB Yoga die Beweglichkeit steigern. Die Gelenke werden wieder „geschmiert“ und aktiviert.
Beim Thema „ganzheitliche Betrachtung“ der Schmerzen wäre es auch wichtig zu sehen auf welchen Meridian der Schmerz liegt! Und dann entsprechend auch eine Therapie auszurichten.
Welches Organ ist es, welches auf dem entsprechenden Meridian liegt? Was hat dieses Organ für einen seelischen Aspekt? Das sind auch wichtige Fragen.
Fazit:
Es ist einfach wichtig nicht dem Schmerz aus dem Weg zu gehen und ihn zu unterdrücken, sondern genauer hinzusehen, woher er kommt, seit wann genau er da ist und ob es evtl im Zusammenhang mit speziellen Ereignissen stehen könnte, mit denen die Symptomatik vielleicht sogar zeitgleich aufgetreten ist.Und gegebenenfalls auch den Mut zu haben manches im Leben zu verändern. Auch wenn kurzfristig eine Lücke entstehen könnte.
Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.
Wenn sie Fragen haben, freue ich mich über ihren Anruf!

(Bild: Clipdealer.de)

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