✯Allergien-Ganzheitliche Zusammenhänge und was wir tun können

Das Wort Allergie kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus zwei Wörtern:

 

allos=anders

ergon=Wirkung, Reaktion

 

Bedeutet sozusagen so viel wie „andersartig reagieren“. Was auch stimmt, denn beim Thema Allergien ist es auch so dass die Abwehr überschießend reagiert.

Wie kommt aber so etwas zustande? Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Darauf möchte ich dann näher eingehen. Doch lassen sie uns erstmal einen Einblick in die Körpersysteme werfen, die bei dieser Thematik eine wichtige Rolle spielen.

 

 

Das Immunsystem-Ein Wunderwerk

 

Ich möchte nur kurz den Aufbau beschreiben, ohne zu sehr fachlich zu werden:

 

Im Abwehrsystem befinden sich humorale und zelluläre Abwehrmechanismen.


 

  • Humorale Abwehr: besteht aus nicht-zellulären Substanzen, zB Eiweißfaktoren, Enzymen, Antikörpern.

  • Zelluläre Abwehr: Bezieht sich auf die zahlreichen Abwehrzellen, die direkt an der Beseitigung von Erregern beteiligt sind.

 

Die Abwehrzellen gehören zu den sogenannten weißen Blutkörperchen. Sie entwickeln sich aus gewissen „viel könnenden Stammzellen“ des Knochenmarkes. Je nach Ausreifungs-Stufe entwickeln sich dann entweder

 

  • myeloische Zellen , zB Granulozyten, Monozyten, Makrophagen, die zum unspezifischen System gehören. Dieser Teil der Abwehr ist wie eine Schnellschußwaffe und sorgt dafür dass zB Bakterien schnell unschädlich gemacht werden. Oder:

  • lymphatische Zellen: diese entwickeln sich dann zu den , NK (natürliche Killerzellen), B und T Lymphozyten. Dieser Teil der Abwehr ist langsam und braucht Zeit um einen effektiven Gegenschlag zu entwickeln. Dieses System ist der sogenannte Scharfschütze des Abwehrsystems. Die B Zellen bilden auch gewisse Antikörper, welches hochselektive Proteine sind die auf bestimmte Antigene passen. Sie werden teilweise durch die Plazenta und die Muttermilch an Säuglinge weitergegeben (So ist also Stillen sehr wichtig! Und die eigene Abwehrstärkung während der Schwangerschaft! zB eine intakte Darmflora)

 

          Auch wenn es zu spezifisch erscheint : sehen sie sich auch folgende Abbildung an. Die Immunzellen bilden sich sozusagen aus einer Quelle und differenzieren sich je nach Zweck der erfüllt werden muss.

 

 

Dann gibt es noch sehr wichtige Moleküle, die Selbst-Erkennungs-Moleküle, die dafür sorgen, dass das spezifische Abwehrsystem NICHT körpereigene Strukturen als Antigene erkennt. Die sogenannten MHC ( Major Histocompatibility Complex) . Sie präsentieren die Antigene, auf die die Antikörper spezialisiert sind. Das Fehlen dieser Strukturen kann zB Autoimmunerkrankungen begünstigen.

 

 

 

 

Viele Erreger scheitern schon an den allerersten Barrieren wie zB die Haut, Schleimhäute. Diese wirken wie ein Schutzwall nach Aussen durch die Normalflora (also Besiedelung mit nicht-pathogegen Keimen). Und dieser Schutz wird effektiver durch die Produktion von Speichel, Bronchialschleim, Tränenflüssigkeit; diese enthalten das Enzym Lysozym.

Im Magen zB ist die Magensäure auch eine Barriere, bei der die Erreger scheitern.

 

 

Die Organe des Abwehrsystems:

 

  • primäre:   Thymus, das Knochenmark. Hier reifen die Immunzellen heran und entwickeln die Eigenschaft , fremde Antigene zu erkennen.
  • sekundäre: Lymphknoten, lymphatischer Rachenring (Zungenmandeln, Gaumenmandeln, Rachenmandeln), Milz, Peyer Plaques am Dünndarm, lymphatische Gewebe die an Schleimhäuten angesiedelt sind.

 

 

Und nun kommen wir nach diesem kleinen Exkurs zum eigentlichen Thema; das Thema Allergien.

 

Allergien:

Allergien sind eine spezifische Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Antigenen., die normalerweise nicht schädlich sind. Sie sind das Ergebnis einer überschießenden Immunantwort. Die Allergie wird also erst durch einen Immunkontakt erworben. Es findet eine sogenannte Sensibilisierung statt. Nach eine Ruhepause kommt es dann beim nächsten Allergenkontakt zu dieser unangenehmen überschießenden Reaktion. Wann dies zustande kommt ist unvorhersehbar. Oft erst nach Jahren.

 

 

Es gibt verschiedene Reaktionsarten:

  • Soforttyp Reaktionen (Typ I):  

    Bei Kontakt mit gewissen Allergenen wie zB Bienengift, Penicillin, kann es zu einer Sofortreaktion kommen. Zum Beispiel Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündung, Nesselsucht (Urtikaria) und auch allergische Nahrungsmittelunverträglichkeit. Wenn es allerdings zu einer Anaphylaxie, mit Ödemen , Hautjucken, Atemwegsverengung (u.a. Anschwellen des Kehlkopfes) kommt; mit Blutdruckabfall (Gefäßerweiterung) bis hin zum Schock, wird dies eine äusserst lebensbedrohliche Situation die SOFORT behandelt werden muß. Bei solchen Problemen wie zB bei der Wespen-, Bienengiftallergien empfielt es sich das man ein Notfallkit bei sich trägt (Das kann ein Arzt verordnen), bestehend aus Adrenalin Fertigspritzen (die man sofort in den Oberschenkel stechen kann).

  • Typ II und Typ III Reaktionen:  Betreffend hauptsächlich Reaktionen auf Arzneimittel und Blutgruppenunverträglichkeiten.

  • Typ IV Reaktionen: 

    Diese Arten manifestieren sich erst Tage nach dem Allergenkontakt. Hier läuft die Reaktion ohne Antikörper ab; zB über direkten Kontakt des Antigenes mit Gewebsschädigung. Typische Allergien aus dieser Gruppe sind das allergische Kontaktekzem und das atopische Ekzem   (Neurodermitis) ; wobei beim atopischen Ekzem aber auch in gewisser Weise eine Typ 1 Reaktion vorliegt ( über entsprechende Antikörper)

     

    Die endzündlichen Schwellungen, Rötungen bei der Allergie wird übrigens von einem wichtigen Botenstoff, dem Histamin verursacht. So nehmen viele Allergiker deswegen Antihistaminika.

Ganzheitliche Aspekte:

Das Immunsystem ist kein isoliertes, in sich abgeschlossenes System, das unbeeinflußt von anderen Körperfunktionen bleibt. Es gibt vielfältige Beziehungen zwischen dem Immun-, Hormon-, und dem Nervensystem. Gedanken und Gefühle beinflussen das Immunsystem. Stress, Trauer, Depressionen, sonstige psychische Belastungen können das Immunsystem schwächen. Positivität und Lebensfreude hingegen stärken die Immunabwehr.

 

Es geht im Falle des Immunsystems auch um Anpassung an Herausforderungen. Das Immunsystem hat die Aufgabe alles abzuwehren was nicht dazugehört, zu eliminieren oder umzuwandeln in ein kooperatives Element. Diese Prozesse erfordern nicht nur einen Anpassungsmechanismus auf körperlicher, sondern auch auf geistig-seelischer Ebene. Es ist also auch eine Frage der seelisch-geistigen Einstellung. Es „erwischt“ uns ja auch häufig dann wenn es uns nicht so gut geht. Wenn die Lebensenergie nicht fließt, oder blockiert ist.

 

Was könnten Ursachen von Allergien sein?

  • Genetische Veranlagungen: Häufig sind Allergien bei Menschen zu beobachten, bei deren Familien es auch vorkommt. Die Weichen zur allergischen Disposition (sprich die Neigung zu Allergien) werden auch schon um die Geburt herum gelegt.Aber auch der heutige Umgang mit dem Thema Geburt; Kaiserschnitte, prophylaktische Antibiosen um die Geburt herum. Auch die Unterdrückung von gewissen wichtigen Krankheitsphasen, die eigentlich auch die Abwehr des Kindes stärken.

  • Übertriebene Hygiene: Bei den heutigen Hygienestandarts wird das Immunsystem seiner Lernfähigkeit beraubt. Vor allem bei Kindern häufen sich immer mehr allergische Reaktionen.

  • Die Reifung der spezifischen T-Zellen: aus Mangel an Selbst-Antigen, kann es evtl zu Autoreaktionen der T Zellen kommen. Im Normalfalle werden solche Immunzellen ausselektiert. Nur wenn diese „Kontrolle“ nicht mehr ordentlich funktioniert, entgehen diese Zellen der Kontrolle und treiben ihr „Unwesen“.Seien es Allergien oder Autoimmunerkrankungen.

  • Ernährung: Die moderne Ernährungsweise...Fastfood, künstliche Lebensmittelzusätze...u.vm.

  • Verkürzung/Wegfall der Stillphase: Keine Frage, das Stillen ist der wichtigste Abwehrschutz des Kindes. Immer häufiger kommt diese Phase zu kurz oder es wird auch oft gar nicht gestillt. Die wichtigsten Antikörper erhält das Kind beim Stillen.

  • Chronische Endzündungen im Kieferbereich, Zahnherde: Wenn man im Erwachsenenalter erst Allergien symptomatisch zu spüren bekommt, sollte man nachforschen ob da nicht irgendetwas mit Zahnherden im Gange ist. Denn diese dauerhaften Endzündungen belasten dauerhaft das Lymphsystem. Welches ja unmittelbar mit Allergien zu tun hat. Denn die potenziellen Allergene können das Abwehrsystem sensiblilisieren.

  • Die besondere Neigung zu Allergien von lymphatischen Konstitutionen:Besonders blauäugige Iriden (Farbe kann je nach Pigmentauflagerungen variieren) neigen zu Allergien. (Aber dass nicht nur blaue Iriden Allergien bekommen sehen wir ja auch im Alltag). Sprich: der sogenannte Lymphatismus.

     

  • Die seelischen Aspekte:

    Im Falle der Allergien könnte die Überreaktion des Immunsystems auf seelischer Ebene, aufgrund der Abwehr gegen den zeitgemäßen, gesellschaftlich standardisierten Lebenstils , zustande kommen. Also eine Abwehr im seelischen Bereich. Es wäre auch die Frage wichtig gegen welche Menschen oder Umstände man „allergisch“ reagiert. Bei Kindern zum Beispiel kann es ein überbehütendes Elternteil sein. Im Falle von Erwachsenen kann es eine tiefere seelische Problematik sein. Allergie gegen Tierhaare kann eine Angst gegen die animalische Seite des Lebens sein. Allergie gegen Pollen evtl auf Probleme mit Sexualität hinweisen. Eine Allergie gegen Hausstaubmilbenkot könnte auf eine Angst vor dem Unreinen , Unsauberen hinweisen.

    Die Kampfbereitschaft und der Aktionismus; das Verlagern der „Aggression“ nach Aussen kann ebenso hilfreich sein. Der Lebens-Kampf kann endlich von innen nach aussen verlagert werden. (Das Wort Aggression ist oft sehr negativ behaftet. Hier ist nicht die rücksichtslose, gewalttätige Aggression gemeint)

     

 

 

Grundsätzlich hat Heilung mit den Glaubenssätzen zu tun, die wir mit uns herumtragen. Die Heilung bewirkt jeder selbst; der Heiler/Heilkundige ist dabei nur eine Brücke, ein Werkzeug zu diesem Zweck.

Aber es geschieht keine Heilung wenn der Patient es nicht wirklich will. Es muss die Bereitschaft bestehen diese verhärteten Glaubenssätze aufzulösen. Das gilt nicht nur für Allergien. Sondern auch für andere Leiden. Die Leiden sind ein Teil von uns, die Botschaften an uns haben. Nur wenn wir sie als Teil von uns akzeptieren , lösen sie sich irgendwann mal auf.

 

 

Ganzheitliche Therapiemöglichkeiten von Allergien:

  • Ordnungstherapie: Natürlich an erster Stelle die Ordnungstherapie. Sprich: Lebens- und Ernährungsumstellung, Bewegung, gegebenenfalls Gesprächstherapien. Meditation und Yoga uvm. In die Ernährung kann man zB auch natürliche Antihistaminika einreihen: Vitamin C ,B Vitamin Komplexe, Calcium , Magnesium, Omega 6 Fettsäuren (Distelöl, Sojaöl zB). Eben allgemein basenbildende Nahrungsmittel und wenig tierische Proteine. Vor allem Kuhmilch und gewisse Käsesorten verschleimen und dicken die Lymphe nochmal ein.

  • Entgiftung und Ausleitung: Das Lymphsystem muss unbedingt wieder zum Fließen gebracht werden. (Bei Lymphatikern am besten präventiv und regelmässig.) Das kann man gut mit pflanzlichen, spagyrischen , komplexhomöopathischen Mittel (die idealerweise kombiniert sind mit Stoffen die Leber, Niere, Lymphe anregen). Auch die Milz darf nicht vergessen werden! Die Milz, das wichtige lymphatische Organ, welches auch eine Rolle spielt, wenn Menschen Stoffwechselendprodukte nicht mehr richtig ausscheiden können und diese akkumulieren. „Idealerweise“ im Bindegewebe abgelagert können diese Stoffe auch lokale Übersäuerungs und Endzündungsreaktionen mit sich bringen. Welches wiederum das Lymphsystem belastet. Eine reichliche Flüssigkeitszufuhr ist natürlich sehr wichtig bei der Entgiftung. Auch Bitterstoffe sind da sehr hilfreich. Diese wirken direkt über die Mundschleimhaut . Zu den ausleitenden Maßnahmen gehören zB Schröpfen, Neuraltherapien (an den Rückenzonen).

  • Darmflora Sanierung: Der Darm ist ein wichtiges Immunabwehrorgan. Evolutionstechnich entsteht er mit den Lungen aus dem gleichen Keimblatt.Darm und Lunge gehen also aus dem selben Keimblatt hervor. Tatsächlich haben Darm und Lunge sogar dieselbe Aufgabe im menschlichen Organismus:Das, was der Körper braucht, aufzunehmen, und das, was er nicht braucht, auszuscheiden. Auch mit der haut ist ein enger Zusammenhang: das was der Darm nicht schafft auszuscheiden, scheidet er über die Haut aus.Und wenn die Darmschleimhäute gereizt sind, dann verlagert sich das gerne mal auf Nasennebenhöhlen (also bei Menschen die mit chronischen Sinutiden zu tun haben). Daher ist es wichtig die Darmflora zu normalisieren.

 

 

 

 

Die besondere Rolle der Leber und des Darmes:

Die Leber ist die wichtigste Biochemiefabrik des Körpers. Es gint keine chronischen Erkrankungen ohne die Beteiligung der belasteten Leber. Sie stellt das Grundgerüst der Hormone bereit; das Cholesterin. Sie baut Hormone ab. Sie produziert die Eiweiße (Übrigens sind auch alle Abwehrzellen und Enzyme Eiweiße!) und reguliert den Kohlehydrat und Fetthaushalt. Sie produziert auch die Gallenflüssigkeit und spielt ebenfalls eine wichtige Rolle beim Eisen-Haushalt. Ausserdem liefert sie dem Herzen ihre Energie zu und der Lunge. Nicht nur mit naturheilkundlichen Mitteln, sondern auch alleine durch eine effektive Bauch-Atmung können wir der Leber gutes tun und sie „massieren“; denn durch das Atmen aktivieren wir das Zwerchfell, welches der wichtigste Atemmuskel ist. So massieren wir Herz und Leber zugleich. Lachen und Heiterkeit, der Humor ist auch für die Leber förderlich. Nicht umsonst wurde das Lach-Yoga entwickelt...

Der Darm hingegen produziert, wenn er überlastet ist, Fäulnis und Gärungsprodukte. Das begünstigt die Histaminproduktion und somit eben langfristig auch die Allergien.

 

 

 

 

  • Eigenblutbehandlungen: Hierfür entnimmt man venöses Blut und potenziert es mit homöopathischen Mitteln und lässt es den Patienten einnehmen. Jede Woche unterschiedliche Potenzen 2-3x. Man kann es zusätzlich intramuskulär am Gesäßmuskel langsam reinjizieren . Über 6-8 Wochen, 2-3x wöchentlich, angefangen bei 0,2 ml und allmählich langsame Steigerung bei jeder Sitzung um weitere 0,2ml Das Blut enthält nämlich sämtliche Informationen - sowohl körperliche als auch psychische-bezüglich der Allergien und so wird das Immunsystem zur Selbstheilung angeregt! Ganz nach dem Motto: „Wer den Feind umarmt macht ihn bewegungsunfähig“. Es können leichte Temperaturerhöhungen als Nebeneffekt auftauchen, was bedeutet dass die Abwehr eben arbeitet.

  • Sonstige Maßnahmen: Möglichst das Allergen , zumindest wenn man zu Hause ist, beseitigen. Haare waschen, Kleidung wechseln. Brille von den Pollen reinigen. Nasenduschen reinigen auch sanft , befeuchten die Schleimhäute und spülen die Allergene aus. Und gesünderes Wohnen ohne Gifte im Haushalt.

 

 

Aber das Wichtigste ist auch hier die ganzheitliche Frage, die auch den seelischen Bereich betrifft:
Was kann ich-bzw mein Abwehrsystem- nicht filtern? Wo kann ich mich schwer oder kaum anpassen (bzw die Abwehr)?

Und eben den Mut zu fassen und „die Barrieren zu stärken“, Grenzen zu setzen. Und gegebenenfalls dafür zu sorgen dass das „Allergen“ aus dem Leben verschwindet.

 

 

 

Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.
Wenn sie Fragen haben, freue ich mich über ihren Anruf!

 

(Bild: clipdealer.com)

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