✯Der Darm, Funktionsweise und Zusammenhänge aus naturheilkundlicher Sicht

Der Darm besteht aus dem Dünndarm und nach der sogenannten Ileozökalklappe beginnend der Dickdarm.

Der Dünndarm folgt dem Magen im Verdauungskanal. Die Hauptaufgabe des Dünndarmes ist den im Mund und im Magen angedauten Speisebrei zu verdauen, in Moleküle zu spalten und diese über das Epithel an der Dünndarmschleimhaut in den Kreislauf zu geben.

Dafür braucht unser Körper   ca 7Liter Verdauungssäfte pro Tag (Speichel, Magensaft, Galle,Bauchspeicheldrüsensekret und Dünndarmsekret), die grösstenteils vom Dünndarm rückresorbiert wird, da der Dünndarm einfach die grösste Oberfläche besitzt im gesamten Verdauungstrakt. 

Die Schleimhäute des Dünndarmes messen fast 200 Quadratmeter;das ist fast ein kleines Fußballfeld.

Im Anschluss an den Dünndarm folgt der Dickdarm, der nicht verdauliches entsorgt ; wie der Name auch sagt hat er die Aufgabe "einzudicken" und dieses Eingedickte wird als Kot ausgeschieden.Aber auch hier sollte man den sogenannten Ballast nicht unterschätzen.Ballaststoffe sind Nahrung für die Bakterien im Dickdarm und wichtig für den Milieu-Erhalt!

Nun zu dem was die wenigsten wirklich wissen; ausser dass der Darm Nährstoffe aufnimmt:

  • Der Darm reift in den ersten 3 Lebesjahren und dabei kann er evtl Schädigungen davontragen; so ähnlich wie die Psyche auch.
  • Störungen im Darm wirken sich sowohl auf die Psyche als auch auf die mentale Aktivität ein. Es ist erwiesen dass Menschen, die mit Verdauungsprobleme zu tun haben oft psychisch auch labiler sind und anfälliger für psychische Erkrankungen. Häufig passiert es dass Menschen bei denen der Darm eben nicht richtig effektiv scheiden kann auch unentschlossener sind (Man sagt auch "Bauchgefühl"; und das nicht umsonst) . Ausserdem werden im Darm noch die Psyche beeinflussende Substanzen wie zB Dopamin, Opiate, Benzodiazepine, Serotonin produziert. Auch Hildegard von Bingen kannte diesen Zusammenhang gut.
  • ein grosser Teil der Abwehrzellen sitzt im Darm!
  • Der Darm besitzt ein ganzes Netzwerk aus Nervenzellen ; grösser als es beim Rückenmark ist.
  • Der Darm ist ein zweites Gehirn; es agiert eigenständig und nimmt auch eigenständig wahr.
  • Der Darm ist der Sitz der Intuition und steuert auch das Gefühlsleben.
  • Billionen Bakterien sind im Dickdarm angesiedelt.

In den alten Kulturen standen bäuchige wohlgenährte Menschen für Frieden und Wohlstand. Selbst Caesar sagte "lasst dicke Männer um mich herum sein" (was natürlich nicht pauschalisierbar ist. Man weiss auch um die negativen Auswirkungen von zu viel Bauchfett).

Auch im Alten China; man sehe sich den Maitreya an. Ein lachender Mönch mit einem Bauch...

Aber um zur Mitte des Körpers zu kommen:

In Indien weiss man schon lange von der Kraft der Körpermitte- Das Sonnengeflecht, das Nabelchakra. Es steuert auch innermenschliche Beziehungen. Eine gestärkte Körpermitte ist aber auch wichtig um Grenzen zu setzen; zum Eigenschutz.

Der Dünndarm steht im Zeichen des Feuers nach der alten chinesischen Lehre. Und es korrespondiert mit dem Herz, welches ebenfalls im Zeichen des Feuers steht. Was uns wieder zum Punkt Psyche und Gemüt:

Klar im Bauch, wird man sozusagen auch klarer im Kopf und auch in seinen Empfindungen.  Ebenso steht der Dickdarm im  Zeichen des Metalles und korrespondiert mit der Lunge; Thema Trauer und Besorgnis. 

 Auch der total verkrampfte Umgang  heutzutage mit dem Thema "Stuhlgang" spielt eine Rolle. Man hält sich zurück wenn man auf fremden Toiletten sitzt. Und da wir doch die meiste Zeit unseres Lebens eben nicht zu hause sondern zB in der Arbeit verbringen, kann es dauerhaft problematisch werden. Was in früheren Zeiten auch völlig anders war. 

Man möge jetzt verwundert sein, aber Studien haben gezeigt dass die Entleerung des Darmes am idealsten in den sogenannten  zB in der alten Türkei weit verbreiteten, teilweise immernoch vorhandenen (auch in vielen muslimischen Ländern)  "A la Turca" Toiletten  vonstatten geht (weil man sich gut bücken kann!)   vonstatten geht und nicht in der modernen Sitz-Toilette. Wir halten uns zurück, wir essen auch noch weniger Ballaststoffe, das Essen ist etwas geworden damit man das Hungergefühlt stillt und es ist kein Genuß mehr. Was für ein Wunder in uns abläuft interessiert auch die Wenigsten. Wir nehmen uns auch nicht ausreichend Zeit für eine ideale Stuhlgangentleerung. Da wundert es einen nicht dass das Thema Verstopfung eines der Hauptleiden ausmacht heutzutage.

 Die regelmässige Einnahme von Bitterstoffen ist ein gutes Training für einen trägen Darm, dem das Feuer fehlt. Auch Salate wie zB Chicoree, die bitter sind, sollten wir mehr in unseren Speiseplan einbinden. Und vor allem:

Uns ZEIT nehmen. Für das Kochen, für das Essen. Und für unseren Bauch.

Streicheln und massieren sie regelmässig auch ihren Bauch, denn er ist auch ein Durchgangspunkt für viele wichtigen Meridiane.Es helfen auch feuchtwarme Wickel auf dem Bauch, dem Körpergewicht gerechte ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ohne das Herz zu belasten.

Ernährungsweise je nach Menschentyp und Konstitution:

Die alte Humoralpathologielehre der vier Säfte und aber auch das Ayurveda, die chinesische Medizin kann man sich auch als Vorlage nehmen und die Ernährung entsprechend anpassen. Nehmen wir paar Beispiele anhand der vier Säftelehre:

  • Wenn wir es mit einem Choleriker zu tun haben, der ständig am "verbrennen und am lodern" ist, wären kühlende und befeuchtende Speisen wie zB Salate gut. Oder phlegmatisierende Lebensmittel wie zB Kokosmilch im heißgeliebten scharften Thaicurry.
  • Wenn wir einen Phlegmatiker haben, bei dem alles ohnehin wenig tonisiert ist, wären etwas mehr Schärfe und Bittermittel gut.
  • Wenn wir einen Sanguiniker haben: Sanguinisches Temperament ist zwar das Ideal, welches wir oft anstreben wollen. Aber auch Sanguiniker müssen sich in Acht nehmen von den Füllezuständen und am "zu viel". Denn sie neigen häufig zu entsprechenden  Fülle Symptomen.
  • Und zu guter Letzt: der Melancholiker. Wenn wir einen ausgetrockneten Melancholiker haben, dem allgemein "kalt" ist, müssen appetitanregende und befeuchtende Lebensmittel her. Bittermittel, gut angemachte Salate (regen die Speichelsekretion an!") wären gute Ergänzungen.

Laut dem Ayurveda sitzen zB alle drei Doshas (Lebensenergien) im Darm. Vata, Pitta , Kapha sollten allerdins im guten Ausgleich sein damit der Stoffwechsel optimal funktionieren kann. Auch hier werden durch bestimmte Gewürze, Nahrungsmittel fehlende Energien kompensiert.

Meditieren um die Mitte herum: Atemübungen, Pranayama und Meditation sind auch sehr schöne Methoden um "die Mitte" zu stärken. Man stelle sich im Sitzen, ganz entspannt, mit geschlossenen Augen vor, dass da ganz viel Licht um den Bauchnabel sich sammelt. Und es warm wird am Solarplexus. Da kommt nicht nur der Verstand zum Schweigen, der oft das aufschnappt was er mitbekommt und uns als Wahrheit vermittelt.

 

 

Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.
Wenn sie Fragen haben, freue ich mich über ihren Anruf!

 (Bild:Pixabay/ClkerFreeVectorImages)

 

 

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