✯Die Milz-das verkannte Organ 

 

 

Warum ich gerade auf die Milz komme hat einen gravierenden Hauptgrund: Ich litt selber jahrelang an den Folgen des sich im Überschuss befindenden "Milz-Prinzipes", obwohl ich auch noch relativ jung bin. Schon in Teenagerzeiten begleitete mich das Melancholische. (auf dem Bild sehen sie u.a. nebst der Venus auch den Saturn) Was sich zwar positiv auf die künstlerischen Neigungen auswirkte, aber auch körperliche unangenehme Beschwerden mit sich brachte je älter ich wurde. Keiner konnte mir so richtig helfen, es war immer alle in Ordnung laut  Befunde.  So habe ich im Zuge meiner Weiterbildungen als HP endlich mehr erfahren dürfen über die Milz! Nicht nur mich selber habe ich behandelt und behandle mich weiterhin auch präventiv. Auch schon an ersten Patienten habe die Milz-Leiden entdecken dürfen. 

Die Milz ist ein eher in Vergessenheit geratenes  lymphatisches Organ. Sie befindet sich im linken oberen Quadranten des Bauchraumes (Abdomen=Bauchraum) und ist ca so groß wie die Faust jenes Menschen. Im Normalfall ist sie nicht tastbar; sie liegt etwa unter der 10. Rippe des Brustkorbes unter dem Zwerchfell. Nur wenn sie krankhaft geschwollen ist oder durch krankhafte Veränderungen im Brustkorb nach unten verdrängt wird, kann man sie tasten. Dennoch kann man durch "abklopfen" und dem Klopfschall Hinweise bekommen ob sie evtl gestaut ist. Und auch kleine Besenreisserchen auf der Haut über der Milz können sich dann bemerkbar machen.
Die Aufgaben der Milz sind:

Der Ausgleich des Druckes im Bauchraum

  • Blutspeicher
  • Abbau von alten roten Blutkörperchen (ca 4 Monate Lebensdauer hat ein Erythrozyt)
  • Bildung der Immunglobuline , Lymphozyten und humorale Zellen der Abwehr wie zB Monozyten.

in bestimmten Fällen, wenn das Knochenmark als Blutbildner ausfällt (zB gewisse Erkrankungen) , springt die Milz dafür ein (in den ersten Monaten der Entwicklung vor der Geburt hat sie nämlich die Aufgabe der Blutbildung, was sich dann nach der Geburt verändert; das merkt sich die Milz offensichtlich in ihrem Gedächtnis)

 

 

Schon im antiken Griechenland ordnete man der Milz einen besonderen Saft zu : die  sogenannte "Schwarzgalle" (Melan-Chole=Schwarz-Galle). Als Schwarzgalle bezeichnet man denjenigen Saft im Körper, der eher die Abbauprodukte des "Sanguis" (Blut) und sämtliche Abbau- und Stoffwechselprodukte enthält. Sie wird versorgt mit frischem Blut durch die Milz-Arterie und entsorgt sich quasi wieder über die Milzvene und mündet in das Pfortadersystem. Wenn es nun hier zu Stagnationen und Rückstau kommt , kann es zum Ungleichgewicht im Körper und aber auch in der Seele kommen;   denn die Milz bekommt ja auch als ein Organ welches  inmitten im Blustrom liegt,alle Informationen aus dem umliegenden Gewebe mit, in denen ja Verschaltungen der endokrinen Drüsen zum Zentralen Nervensystem vorhanden sind. Also "der Zusammenhang des körperlichen, geistigen und seelischen Aspektes. 

Folgende Symptome können dann entstehen:

  • Der Anämie ähnelnde Zustände obwohl evtl die Blutwerte in Ordnung sind (Wenn die Sauerstoffzirkulation einfach nicht mehr funktioniert durch die Kongestionen.)
  • Energiemangel, Unmotiviertsein
  • Trockenheitssymptome allgemein.
  • Ekzeme 
  • Starre und Elastizitätsmangel; sowohl körperlich als auch geistig. 
  • erschlaffte Muskelfunktion.
  • Verhärtungen, Sklerotisierungen.
  • Malignität!
  • Ulzera, trockene Katarrhe die hartnäckig sind. (vor allem Magen-Darm)
  • Hormonelle Dysbalancen (z.B Prämenstruelles Syndrom, PCO, auch Wechseljahre)
  • Abwehrschwäche
  • allgemeine Schwäche
  • trockene blasse Lippen
  • im psychischen Bereich dann  extreme Grüblerei, Pessimismus , Verstimmung und eben die geistige Starre, Groll, Unzufriedenheit, ewig gestrig sein (auch Niere!)
  • Kongestionen im Bauchraum und im Unterleib/kleinen Becken (bei Frauen: auch Uterus)

 

Nun zu den geistigen Aspekten der Schwarzgalligkeit:

 

Warum passiert es bei manchen Menschen dass sie melancholisch werden und warum sind manche ständig im Fluß? 

Manche Menschen haben einfach die Neigung dazu; auch aufgrund gewisser "Konstellationen" , die  zum Zeitpunkt unserer Geburt bestehen und auch danach uns mitgegeben werden. Häufig sind es cholerisch veranlagte Menschen die dann irgendwann mal "ausbrennen" und eben entsprechende Stagnationen entwickeln, und zum Melancholiker werden. Die Melancholie ist sozusagen überwiegend ein Zustand des hohen Alters. Aber auch bei jungen Menschen immer wieder zu sehen.

Die Milz steht auch im Zeichen des Saturns (der Planet der das Alter, die Starre und die Stagnation aber auch Beständigkeit und Rückhalt symbolisiert). Sie wird aus dem Feuerelement geboren und wirkt vom Prinzip her im Zeichen der Erde. Selbstverständlich ist dieses Prinzip nicht immer nur schlecht oder maligne. Sie steht ja auch zB für Erneuerung, das "neu geborenwerden nach dem Tod". Oder auch für Struktur, Rückrat (was ja auch wichtig ist im Leben) .Nur wenn dieses Prinzip im Überschuß ist , beginnen die körperlichen und psychischen Probleme. Und die alten Chinesen z.B. nannten die Milz einen "Erneuerer, der die Schwarzgalle ausleitet und Glückseeligkeit bringt".

So hängen laut der chinesischen Medizin alle wichtigen Körperorgane wie zB Herz,Leber, Pankreas,Niere, Lunge auch eng mit der Milz zusammen. Die Milz befördert auch durch den Blutstrom Nähressenzen zur Lunge und dort werden diese durch die Berührung mit der Luft "transformiert ( Es ist auch zB so, dass wenn die Milz zu feucht und zu verschlackt ist häufig ein sogenannter "Milzhusten" entstehen kann.) Und sie regiert die Umwandlung und den Transport (Im chinesischen:Zusammenhang mit Pankreas). Auch die Leber bekommt den Blutstrom, der für die Eiweißbildung nötig ist, durch die Milz. Ebenso steuert die Milz laut chinesischer Medizin die Muskeln.

Und die Nieren stellen die Energie für die wärmende Kraft der Milz bereit. Auch die Antroposophen stellen diese oben genannten wichtigen Organe allesammt als "Lebenszentren" dar, die auch die "Ich Organisation" des Menschen ausmachen. Man kann sich also vorstellen was für ein Dominoeffekt es bewirken kann, wenn eines der Glieder strauchelst; zB die Milz.

Paar kleine Vorschläge allgemein zur Pflege der Milz möchte ich noch weitergeben. (Es ist natürlich wichtiger  jeden Menschen individuell zu betrachten und ein Gesamtbild je nach Person zu erstellen. Ich helfe gerne dabei)

 

 Antimelancholisch wirkende Pflanzen:

zB:

Erdrauchkraut

Hopfen

Borretsch

Angelikawurzel (hier aber eher etwas Spagyrisches; es könnte als Tee zu deftig sein für einen zarten Melancholiker)

Fenchel

Johanniskraut

Kardobenediktensamen (bearbeiten auch die Leber; diese aber eher gut aufgestoßen oder in Form einer Tinktur zu sich nehmen)

 

und :

 

  • Bittermittel ganz ideal. Ich empfehle auch gerne Bitterkraft von der Hildegard v. Bingen; das Heidelberger 7 Pulver ist ebenfalls sehr gut (man benötigt aber ganz geringe Mengen davon!). Sie fördern den Appetit wieder und kurbeln die Speichelbildung an
  • Und Schüssler Salz Nr. 8 Natrium Chloratum D6 sehr lange eingenommen; zum Befeuchten.  
  • Wala Kupfersalbe an beide Nierenpole vor dem Schlafengehen einreiben. Kupfer ist antimelancholisch ;)

 

 

Atemübungen! Pranayama zB...Bewegung; in der Natur. Alles was die Sauerstoffzirkulation erhöht.

 

Man darf hier aber auch nicht unerwähnt lassen dass häufig die besten Künstler und Musiker Melancholiker waren und unsere Welt mit ihrem Feingeist und ihrer Kreativität enorm bereichert haben!

 

 

Empfehlungen ersetzen keine individuelle Betrachtung von Patienten Um die beste präventive Begleitmaßnahme und Behandlung herauszufinden ist es wichtig Patienten persönlich zu betreuen.
Wenn sie Fragen haben, freue ich mich über ihren Anruf!

 

 (Bild:pixabay.de/cocoparisienne)

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0